Staff Benda Bilili
Nach einer längeren unfreiwilligen Schreibpause melde ich mich diesmal mit einer Musikempfehlung zurück.
Kinshasa – die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, drittgrößte Stadt Afrikas und Heimat von ca. 9 Millionen Menschen. Neben Armut, den Folgen des Bürgerkriegs und der steht vor allen Dingen der tägliche Kampf ums Überleben im Vordergrund. Stehlende Straßenkinder die keine Zukunft haben und ihre Nächte auf Kartons verbringen.
In diese, von Kinderlähmung geprägte, Umgebung gründen die beiden Polioopfer Ricky Likabu und Coco Ngambali im Jahr 2004 die Straßenband Staff Benda Bilili – Das Verborgene sichtbar machen.
Eine Band speziell für behinderte Menschen mit der Überzeugung, dass wirkliche Behinderung nur in der Vorstellung existiert. Ihre Songs handeln vom Alltag in einer Stadt, in der es mehr als 40.000 Straßenkinder gibt, die ihre von Armut und Gewalt geprägten Heimatorte verlassen haben.
Musik zwischen Rumba, Blues, Funk und Reggae auf selbstgebauten Instrumenten wie der Satongé-Laute, einer einsaitigen Laute, dessen Saite über ein biegsames Stück Holz mit einer Blechbüchse verbunden ist und auf welcher Roger einzigartige Soli spielt. Die Aufnahmen für die CD sind teilweise im Zoologischen Garten aufgenommen worden. Die Hintergrundgeräusche der Tiere wurden dabei bewusst in Kauf genommen.



Internationale Aufmerksamkeit und Interesse bekam Staff Benda Bilili durch den gleichnamigen Dokumentarfilm von Renaud Barret & Florent de la Tullave, welcher jetzt bei den französischen Filmtagen in Leipzig lief. Dieser Film zeigt in sehr eindrucksvollen Bildern den beschwerlichen Weg vom täglichen Kampf ums Überleben, den ersten Proben im Zoologischen Garten von Kinshasa, über erste Tonaufnahmen bis hin zu ihrem ersten umjubelten Auftritt auf dem Eurockéennes-Festival im französischen Belfort 2009.
Diese Musik sollte man sich nicht kaufen, weil man Mitleid mit den Mitgliedern hat, sondern weil diese Musik wirklich rockt.
Links:
1,456 views


















